Aspekte der Ernährung - etwas anders als "normal"

Themen:

  • Heulage ist KEIN Pferdefutter
  • Eigenständige Mineralstoffversorgung
  • Nährstoffkörner
  • Kräuter
  • Saftfutter - Obst und Gemüse
  • Wurmhaushalt natürlich selbst reguliert

Heulage ist KEIN Pferdefutter!

 Viele Pferde bekommen sogenannte Heulage zum Essen vorgesetzt. Heulage oder auch Wickelheu ist Heu, welches nach dem Pressen in Plastikplane verpackt wurde. Dies ist kein geeignetes Futtermittel für Pferde! 

Meistens wird Heulage aus Unwissenheit über die langfristigen Konsequenzen für das Pferd gefüttert und weil es einfacher ist, Heulage herzustellen und zu lagern, als richtiges Heu. Auch Nina hat mal aus diesen Gründen einige Zeit Heulage bekommen. Aber Heulage- oder sogar Silagefütterung hat ernsthafte negative gesundheitliche Folgen für die Pferde. 

Ein Grund sind die, durch den vermeidlichen Luftabschluss gebildeten Milchsäurebakterien, die das natürliche Bakterien-Milieu im Darm der Pferde zerstören und den PH-Wert des gesamten Körpers in Richtung „sauer“ verändern. Wenn der Darm angegriffen wird, schwächt das bekanntlich auch das Immunsystem. 

Einige Verfechter von Heulagefütterung meinen, dass sehr trocken gepresste und gewickelte Heulage nicht schadet. Aber eingewickelt ist und bleibt eingewickelt. Es bleibt immer eine Restfeuchte im Ballen, zumindest die Luftfeuchtigkeit. Nicht umsonst ist derjenige klüger, der seine Heuballen lockerer presst! Diese können dann nämlich besser nachtrocknen wärend der ersten Wochen Lagerung. Bei sehr eng verpressten Ballen kommt es oft vor, dass die von innen heraus angammeln, weil die Restfeuchte nicht entweichen kann. Ergo wird auch in der trockensten Heulage Restfeuchte mit eingewickelt. 

Zudem wird alles mögliche „Zeug“ mit in den Ballen gepresst … ich denke da hauptsächlich an geschredderte Kleintiere … mmmhh lecker … diese fangen nämlich unter Luftabschluss an zu vergammeln und es entstehen Leichengifte, die sich im ganzen Ballen verteilen. In Heuballen vertrocknen die Kadaver einfach und stellen somit weniger ein Problem dar. Aber auch ohne Mäusehack bilden sich Schimmelsporen im gewickelten Ballen. Ganz nebenbei gibt noch die Folie ihre Weichmacher an die Heulage ab. 

Heulage belastet den Stoffwechsel und das Immunsystem und damit besonders die Organe Leber, Nieren, Magen- & Darmtrakt. Die Übersäuerung führt zu Muskelproblemen (z.B. Kreuzverschlag), Leistungsabfall, Schlappheit, Krankheitsanfälligkeit … weiter folgende Symptome der völlig falschen Ernährung können Ekzeme, Kotwasser, Koliken, Darmschleimhautentzündungen und Magengeschwüre sein. Auch wenn ein Pferd ständig viel Pupst, was bei Heulage vermehrt der Fall sein kann, ist das ein Zeichen für „Wirbel im Darm“. Während einer Futterumstellung z.B. beim Anweiden, wenn sich die Darmbakterien umsortieren, dann sind die Pferde auch oft gebläht und es wird vermehrt gepupst. Das geht aber vorbei, sobald sich der Körper fertig auf die natürliche Nahrung, frisches Gras, umgestellt hat. Ein weiterer Nebeneffekt von siliertem Futter ist, dass die Tiere davon mehr essen, als sie vom naturbelassenem Futter nehmen würden. Die entstandenen Milchsäurebakterien sorgen für einen süßlichen Geruch und Geschmack der Heulage. 

Es soll einige Pferde geben, die offenbar kein Heu vertragen. Vor allem atemwegserkrankte Pferde. Diese verschleimen bei Heufütterung. Bei Heulage ist dies wohl nicht der Fall. Hier kann ich (noch) nicht auf eigene Erfahrungen zurück greifen. Aus der AL-Community gibt es aber Fallbeispiele von Pferden, die im AL-Fütterungsmanagement und bei 1-A-Qualität, staubfreiem, Bio-Pferdeheu Symptomfrei leben. 

Spart nicht am falschen Ende! Spart nicht an qualitativ hochwertigem Grundfutter! Besteht auf richtig gutes Pferde-Heu, kräuterreich und duftend, ad libidum!  

Qualitativ hochwertiges, kräuterreiches Heu, geschnitten bei vollen Blütenständen, muss den Pferden auch bei der tollsten Weide immer zur Verfügung stehen. Am Besten natürlich an mehreren, entfernt voneinander liegenden Plätzen, damit die Pferde einen Grund zum Laufen haben. Um Heufressplätze sollte der Boden auch immer befestigt sein, das hat was mit der Hufgesundheit zu tun. Und benutzt bitte bloß keine engmaschigen Netze! Die führen zu Frust und Stress und wirken sich sehr schnell negativ aus auf die Muskulatur und die Zähne eurer Pferde. Lasst den Pferden die Möglichkeit ihr Heu auszusortieren. Dann brauch ihr euch auch keine Sorgen zu machen wegen Giftpflanzen, denn auch die werden sie erkennen, wenn sie nicht aus lauter Hunger nach jedem einzelnen Halm gieren müssen. Auch die Pferde, die ihr Heu die erste Zeit regelrecht verschlingen, werden wieder lernen, in Ruhe zu fressen. Das dauert aber, je nach Pferd und bisheriger Lebenslage unterschiedlich lange. Gebt ihnen die Zeit, die sie brauchen. 

Eigenständige Mineralstoffversorgung

In der Academi Liberti versorgen wir unsere Pferde über die angebotenen Nahrungsmittel mit Nährstoffen und nicht über extrahierte, verarbeitete und gemischte Mineralfutter. Dafür bieten wir ihnen alle möglichen Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs an (weitestgehend unverarbeitet und vereinzelt) und lassen sie daraus wählen. Das bedeutet, alles wie gewachsen, wie die Natur das Nahrungsmittel schuf und nicht irgendwie vor sortiert, zerkleinert, miteinander vermischt oder in einzelne Bestandteile getrennt. Das Nahrungsmittel muss in einem Zustand sein, in dem es vom Pferd mit seinen Sinnen und Instinkten identifiziert und eingeordnet werden kann. 

Denn nur das Pferd allein weiß, was es braucht! Oder könntest du dir etwa vorstellen, dass dich jemand, dem du dich nicht konkret mitteilen kannst, in der Lage ist, dich dein Leben lang optimal zu versorgen? Wir können niemals wirklich wissen, wie der individuelle Bedarf an Mineral- & Nährstoffen eines jeden anderen einzelnen Individuums im Moment aussieht. Der Nährstoffbedarf schwankt bei jedem Lebewesen täglich schon allein auf Grund seiner äußeren Lebensumstände (Hormone, Wetter, Jahreszeiten). 

Durch fertige Mineralfuttermischungen führen wir dem Pferd aber andauernd die gleiche Menge (ausgewählt nach irgendeiner Tabelle) eines jeden Stoffes zu. Wer hat denn festgelegt, wie der individuelle Bedarf deines Pferdes ist oder sein sollte? 

Es kommt in jedem Fall dazu, dass ein Pferd, welches ein gemischtes Mineralfutter bekommt, in einigen Nährstoffen unterversorgt ist und in anderen total überversorgt, was auch nicht gesund ist auf Dauer. Zudem werden solchen Mischungen immer Füll- & Geschmacksstoffe beigegeben, sonst würden die Pferde das überhaupt nicht anrühren. Nur um mal einiges zu nennen: Maiskleber, Melasse, Pflanzenöle, Traubenzucker, Biertreber, Weizen … Genauso ungeeignet, weil stark verarbeitet, sind die quadratischen roten Minerallecksteine und die weißen Salzsteine. 

Bestandteile der Mineralstation 

Die Grundelemente für unsere Mineralbar sind der Kupfersulfatstein, der Schwefelstein, Dolormit (Pulverform), Tonerde/ Heilerde und Seealgen. Sie können einfach genauso im Stall ausgelegt werden, wie ein Natursalzleckstein, der genauso ein unverzichtbarer Bestandteil ist. 

Es ist in jedem Fall bei Einführung der Mineralbar zu beachten, dass die Pferde ständig freien Zugang zu Raufutter haben müssen (eigentlich selbstverständlich!), denn sonst könnten sie mit übermäßiger Nutzung eines Minerals versuchen etwaige Mängel zu kompensieren, was sich dann auch wieder negativ auswirkt.  

Schwefel hat eine starke fungizide Wirkung und regt die Darmtätigkeit an. Wenn ein Pferd auffällig viel an diesem Stein schleckt oder ihn anknabbert, kann es also zu Durchfal kommen. Durchfall ist aber nichts schlimmes, sondern hat erstmal nur eine reinigende Funktion. 
 

Das Kupfersulfat hat ebenfalls eine starke fungizide Wirkung und wirkt stark giftig auf Mikroorganismen, weshalb er ideal ist zur Behandlung von Wurmbefall und bakteriellen Erkrankungen. Bei übermäßiger Einnahme wirkt er ebenso als starkes Brechmittel, darum kann er bei Selbstindikation nicht überdosiert werden. 

Dolormitgestein 

Im Gestein befindet sich Calcium-Magnesiumcarbonat, also Caclium und Magnesium. Beides wichtige Minerale. Zusammensetzung gem. Händler ca. 55% CaCo3 + 45% MgCo3 

Der Dolormitstein ist sehr hart und Schlecken allein reicht nicht, um die Minerale aus dem Gestein zu lösen. Wir reichen unseren Pferden darum auch immer wieder gemahlenes Dolormit. 

Eisblumen-Magnesit 

Dieser Stein ist auch ein Dolormit, enthält aber zum größten Teil natürliches Magnesiumkarbonat. 

Grüne Mineralerde 

Grüne Mineralerde gibt es in verschiedenen Körnungen. Alle Mineralerden eignen sich, besonders als Kuren, bei Magen- und Darmerkrankungen und Allergien wie z.B. Ekzemen aber auch bei Gelenksproblemen. Durch ihre porösen Strukturen binden die Mineralerden Toxine und dienen so hervorragend zur Entgiftung des Körpers. Sie haben ebenfalls hervorragende entwurmende Eigenschaften. Die Pferde werden sich bedienen, wenn sie es brauchen. 

Die Mineralerden Kieselgur (Kieselmehl, Tripolit oder Diatomeenerde) und Zeolith sind eigentlich nur in Pulverform erhältlich und dürfen nur NASS! angeboten werden, weil das Einatmen des Pulvers zu Schäden an der Lunge führt. Zeolith ist ein Mineral vulkanischen Ursprungs und Kiselgur sind die versteinerten Schalen fossiler Kieselalgen, den Diatomeen. Beide enthalten Silicium, welches wichtiger Bestandteil beim Bau und der Reparatur von Zellen ist. Beides kann auch auf Wunden aufgetragen werden und wir benutzen es zur Bekämpfung von Parasiten. 

Seealgenmehl, Isländischer Seetang 
Grob gesagt, durch die Flüsse werden die Mineralstoffe, die sich in den Böden befinden ausgewaschen und in`s Meer gespült, wo sie von den kleinsten Lebewesen in der Nahrungskette wieder aufgenommen werden, den Algen. Vor Island sind die Gewässer noch relativ rein und weitestgehend schadstofffrei, zumindest hoffen wir mal das Beste. Die Algen werden geerntet, getrocknet und gemahlen und sind so ein super Mineralfutter für die Pferde. Auch Algen aus unseren Teichen, Flüssen und Seen werden von den Pferden durchaus gern gegessen. 


Versorgung der Pferde mit „besonderen“ Erden 

Ein weiterer wichtiger Bestandteil für die Nährstoffversorgung ist es, dem Pferd regelmäßig zu ermöglichen, Waldboden aufzunehmen. Meiner Erfahrung nach wird der Bedarf besonders im Frühjahr, April – Mai, akut. Ich weiß nicht was da genau drin ist, was die Pferde dann so dringend brauchen, aber sicher ist, im Waldboden stecken viel mehr und ganz andere Nährstoffe und Mikroorganismen als in der Erde auf der Weide. Aus Berichten von Menschen, die regelmäßig wild lebende Pferde beobachten und studieren weiß man, dass auch diese Tiere regelmäßig an bestimmten Plätzen „besondere“ Erden essen. Also ich gehe darum davon aus, dass das wirklich normal ist und damit essentiell wichtig für die Pferdegesundheit. 
 Ich selber beziehe meine Mineralsteine aus dem Online-Shop von felke, den Seetang von Kräuterwiese und die grüne Mineralerde von einem Lokalen Händler, gibts aber alles in großer Auswahl überall zu kaufen. 

Waldboden

Grüne Mineralerde, Schwefelstein, Kupfersulfatstein, Seealgen

So habe ich alles täglich aufgefahren, als wir im Stall die Minerale noch nicht für alle Pferde frei verfügbar ausliegen hatten. Dazu eben der tägliche Hafer und etwas Obst.

Waldboden

Nährstoffkörner

Unsere Superfoods Hafer, Hanfsamen & Sonnenblumenkerne! 

Wärend die Gräser, Büsche und Bäume (in der von Menschen halbwegs unberührten Natur) einem Großteil des Jahres reife Rispen, Samen, Früchte und Blütenstände tragen, ernähren sich alle wild lebende Pflanzenfresser von diesem reichhaltigen Angebot. Da unsere Hauspferde aber auf geradezu winzigen, artenarmen, abgegrasten Koppeln weiden, bieten wir ihnen in unserem Stall-Management unter Anderem diese drei Arten von Sämereien als adäquaten Ersatz an. 

Bitte macht nicht den Fehler und seht Hafer und Co. als „Kraftfutter“ an. Diese Bezeichnung ist, wie vieles in der Pferdeszene heute, absolut veraltet und impliziert total falsche Vorstellungen bzgl. seines Nutzens. Alles was wir unseren Pferden zum Essen anbieten, hat den Sinn, ihm die Möglichkeit zu geben, sich selbst bestimmt mit Nährstoffen natürlichen Ursprungs, also in bioverfügbarer Form, zu versorgen. Darum nenne ich sie „Nährstoffkörner“. 

Wichtig ist, dass ihr eure Pferde stets wählen lasst, welche Körner sie essen mögen. Also nicht einfach täglich eine Schippe von jedem zusammen Mischen. Ab und an ist das okay, wenn man es mal eiliger hat oder es organisatorisch grad nicht anders geht. Aber ein entscheidender Aspekt in unserem Fütterungs-Management ist es, das Pferd selbst entscheiden zu lassen, was es braucht. Ich kann euch versichern, sie wissen ganz genau was sie tun. Meine Damen essen z.B. nur den Hafer das ganze Jahr hindurch. Vom Hanf und den Sonnenblumenkerne nehmen sie nur im Winter, also ca. Dezember bis Februar. 

Die Inhaltsstoffe 

Neben einem bestimmten Maß an „Energie“ bieten alle drei Sämereien jede Menge der Gesundheit sehr zuträgliche Eigenschaften. 

Sie versorgen die Pferde mit Mineralstoffen wie Kalzium, Magnesium, Kalium, Eisen, Zink und Phosphor und verschiedensten Vitaminen. Beispielsweise das in Hafer & Hanf viel enthaltene Vitamin E wichtig für das Immunsystem, die Verdauung, die Muskulatur und die Haut. 

Weiter enthalten die Sämereien leicht verdauliche Proteine (Eiweiße), welche unbedingt zum Aufbau und zur Reparatur von Zellen im Körper benötigt werden. Besonders wichtig für Pferde in einer Heilungsphase, z.B. Hufrehe-Patienten oder wenn die Pferde im Fellwechsel stecken! 

Ebenfalls in hohen Anteilen enthalten sind Ballaststoffe. Die können von den Pferden nicht verdaut werden (von uns Menschen übrigens auch nicht), bilden aber auf ihrem Weg durch den Verdauungstrakt Schleimstoffe auf der Magen- und Darmschleimhaut, die diese vor der Magensäure schützen. Eine Ballaststoffreiche Ernährung wirkt zudem Wurmbefall entgegen. 

Die Ölsaaten versorgen die Pferde zudem mit Fetten und Fettsäuren. Jeder Körper braucht (gesunde) Fette um seine Stoffwechselfunktionen auszuführen und überhaupt zu funktionieren. Der Organismus denkt mehr oder weniger über Fettgewebe, es ist sozusagen ein Informationsträger. Extrahierte Öle dagegen gehören weder in Pferde, noch in uns Menschen. Alles was von Menschenhand hergestellt, verarbeitet, maßgeblich in seiner Struktur verändert wurde wurde, lassen wir möglichst die Finger von. 

Die Bedeutung von Eiweiß in der Pferdefütterung 

Eiweiß-Arme Ernährung (Stroh, Rübenschnitzel, Mais, keine Wiese) führt zur Verarmung der Bakterien im Dickdarm. Die Nahrung kann nicht mehr optimal verwertet werden, was im weiteren Verlauf zu Mangelerscheinungen und Symptomen wie Durchfall und Kotwasser führt. 

Ein "Zu viel" an Eiweiß wird vom Körper ausgeschieden, wenn der Organismus gesund ist (Hufe! Stoffwechsel). Er wandelt das Eiweiß in Keratin (Fell, Hufhorn) um. Wenn der Organismus überlastet ist, weil der Stoffwechsel gestört und die Hufe krank sind, kommt es zum Stau ausscheidungspflichtiger Stoffe im Blut, was sich z.B. in einer Reaktion der Haut durch Ekzem zeigt. 
Wenn die Hufhornbildung vermindert ist, weil die Hufe krank sind, kann man vermehrte Haarbildung beobachten, was oft als Cushing diagnostiziert wird. 

Ohne Eiweiße kann der Körper Wasser nicht richtig ausscheiden. Das führt zu sog. Hungerödemen und lässt Pferde, die dauerhaft auf Diät gesetzt sind, trotzdem immer wieder zu Dick erscheinen. 

Alle Pferde aller Rassen brauchen gleichermaßen diese Eiweiße. Sonst würden sie einer völlig anderen Spezies zugeordnet werden müssen ... 

Die Qualität der Nahrung 

Bitte achtet beim Kauf darauf, dass ihr wirklich naturbelassene, unverarbeitete Produkte erwischt, also Hafer z.B. mit Spelz (Schale) und eine gute Qualität habt (Bio). Mechanisch bearbeitete Sämereien (aufgebrochen, geschält) verlieren sehr schnell an Nährwert und sind zudem anfälliger für Schimmel. 

Qualitativ hochwertigen Hafer (Ganzes Korn mit Spelz) erkennt ihr daran, dass ein Liter über 500 Gramm wiegen sollte. Zur Orientierung empfiehlt AL eine tägliche Hafer-Menge von 200 Gramm auf 100 Kilo Pferd – egal welcher Rasse. Ich habe aber auch schon über ein halbes Jahr das Doppelte bis Dreifache pro Pferd bereit gestellt. Einfach weil ich schauen wollte, wie sich meine Pferde verhalten, entwickeln und wann sie genug haben. Geht hier nach eurem Gefühl und beobachtet eure Pferde beim Essen. Sie sagen euch schon sehr eindeutig, was sie brauchen. 

Eine „Spielerei“, die ich noch betreibe ist, ich kaufe meinen Hafer von mehreren Produzenten aus verschiedensten Regionen Deutschland. Ich muss sowieso im Internet bestellen, weil es den Hafer in angemessener Qualität nicht regional für mich zu kaufen gibt. Je nach Anbauregion hat der Hafer auch unterschiedliche Zusammensetzungen seiner Inhaltsstoffe. Das merke ich sowohl im Gewicht pro Liter sowie in den Vorlieben meiner Pferde. Ich mische die verschiedenen Sorten dann immer. Auch Schwarzhafer könnt ihr nehmen, bzw. mischen mit dem goldenen. Schwarzhafer soll mehr Eiweiß enthalten, aber nachprüfen kann ich das natürlich nicht.

Wenn ihr beginnt eure Pferde an die neuen Nährstoffkörner zu gewöhnen, ist es wie bei jeder Futterumstellung ratsam, mit kleinen Mengen anzufangen. Man kann die Sämereien auch bis zu 24 h einweichen. Besonders der Hafer ist dann leichter zu kauen, der Spelz piekt dann nicht so und im ganzen verschluckte Körner werden besser verdaut. Das macht Umstellungsphasen für stark vor geschädigte Pferde wie Magenpatienten oder wackelzahnige angenehmer. Ich habe nur in der Umstellungsphase für 2 Monate eingeweicht, seitdem nicht mehr. Meine Pferde haben gesunde Kauleisten, die sollen sie auch benutzen. 

  

Hafer, Sonnenblumenkerne und Hanfsamen

Hafer <3

Haferfütterung im Winter - zufriedene Pferde, die ihr Leben genießen

Haferfütterung in Rinnen für die ganze Herde

Früher haben beide auch gerne zusammen aus einem Pott gegessen

Täglicher Hafer

Als Rafah noch ein Baby war ... <3

Als Rafah noch ein Baby war ... <3

Kräuter

Freie, wild lebende Pferde, egal in welcher Klima- und Vegetationszone sie heute leben mögen, haben in Punkto Ernährung eines gemeinsam. Sie bedienen sich alle an einem unglaublich breiten Spektrum der ansässigen Pflanzenwelt. Das ist auch der Grund, warum sie fast überall auf der Welt wild lebende Populationen bilden können, wenn wir ihnen den Raum dafür zugestehen. Vielfalt in der Ernährung ist das Stichwort! Die Natur hat im Laufe der Erdgeschichte unzählig viele unterschiedliche Gewächse hervorgebracht, von denen keines einfach nur da ist. Jedes Blümchen, jeder Strauch, ausnahmslos alle Arten von Gräsern haben ähnliche und auch für sich besondere Eigenschaften, die sie in ihrem Habitat gedeihen lassen und von denen andere Lebewesen profitieren. 

Es ist für die dauerhafte Gesunderhaltung eines jeden Organismus enorm wichtig, dass ihm alle Nährstoffe in ausreichender Menge und vor allem in ihrer natürlichen Form (Bioverfügbarkeit) zur Verfügung gestellt werden. 

In der Academi Liberti versorgen wir unsere Pferde über die angebotenen Nahrungsmittel mit Nährstoffen und nicht über extrahierte, verarbeitete und gemischte Mineralfutter. Dafür bieten wir ihnen alle möglichen Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs an (weitestgehend unverarbeitet und vereinzelt) und lassen sie daraus wählen. Das bedeutet, alles wie gewachsen, wie die Natur das Nahrungsmittel schuf und nicht irgendwie vorsortiert, zerkleinert, miteinander vermischt oder in einzelne Bestandteile getrennt. Das Nahrungsmittel muss in einem Zustand sein, in dem es vom Pferd mit seinen Sinnen und Instinkten identifiziert und eingeordnet werden kann. 

Denn nur das Pferd allein weiß, was es braucht! Oder könntest du dir etwa vorstellen, dass dich jemand, dem du dich nicht konkret mitteilen kannst, in der Lage ist, dich dein Leben lang optimal zu versorgen? Wir können niemals wirklich wissen, wie der individuelle Bedarf an Mineral- & Nährstoffen eines jeden anderen einzelnen Individuums im Moment aussieht. Der Nährstoffbedarf schwankt bei jedem Lebewesen täglich schon allein auf Grund seiner äußeren Lebensumstände (Hormone, Wetter, Jahreszeiten). 

Pferde sind Wanderer 

Leider ist die Pflanzenwelt heute lang nicht mehr so vielseitig und der Nährwert auch nicht mehr so gut, wie noch vor einigen hundert Jahren. Die Gründe sind vielseitig. Intensive Bewirtschaftung der Flächen, Monokulturen, teils gen-veränderte Pflanzen, Pestizide und Herbizide und die ständige „Flurbereinigung“. Ebenso fehlt unseren Hauspferden die Möglichkeit, durch längere Wanderungen an Orte zu gelangen, wo sie andere Pflanzen und Minerale finden und aufnehmen könnten. 

Diese Defizite versuchen wir im Academia Liberti – Stallmanagement durch die Mineralbar und das Anbieten von allen Möglichen Sorten Obst, Gemüse und Kräutern auszugleichen. 

Wären nicht wir Menschen überall, würden Pferde niemals auf die Idee kommen, sich zu viert oder fünft von ein paar Hektar Wiese zu ernähren oder täglich auf einem Platz von 20×40 Metern im Kreis zu rennen, um Strecke zu machen. Die Pferde würden wandern! Sie zupfen hier von einem Büschel blattreiches Gras, rupfen dort die reifen Rispen, knabbern an der Rinde eines Baumes, bemühen sich mit gestreckten Hälsen Blüten und Beeren von Büschen zu holen, graben mit ihren Hufen nach Wurzeln, bedienten sich an Fallobst … 

Ich will euch hier einen Eindruck vermitteln von der Vielfalt und der Bedeutung der Pflanzenwelt, die uns allen zur Verfügung steht und deren wundervolle Eigenschaften wir wiederentdecken und nutzen sollten, für uns selbst und unsere Pferde! 

Viele Pflanzen können wir im Sommer und Herbst selbst sammeln und alle bekannten Gartenkräuter kann man ja sogar fast mühelos selbst anbauen, trocknen und einlagern. Natürlich bekommt man auch alles im Internet zu kaufen. 
Wenn dein Pferd bestimmte Kräuter einfach nicht anrührt, kann das mehrere Gründe haben. 

  • das Pferd braucht die Inhaltsstoffe des angebotenen Krautes grade nicht 
  • die Qualität des angebotenen Krautes ist nicht gut (frisch gepflückt, selbst getrocknet, gekauft, bio, zu lange oder falsch gelagert, …) 
  • ein kleines Stück weit spielen auch individuelle Vorlieben eine Rolle 

Das heißt aber nicht, dass dein Pferd ein bestimmtes Nahrungsmittel niemals brauchen wird. Darum am besten einfach immer mal wieder sporadisch anbieten. 

Saftfutter - Obst und Gemüse

 Das Anbieten von Obst und Gemüse ist ein fester Bestandteil der Ernährung von Pferden im „AL-Stallmanagement“. Je nach Saison bieten unseren Pferden ganz selbstverständlich eine Vielfalt an natürlichen, unverarbeiteten Nahrungsmitteln an. Besonders wichtig ist das jedoch im Winter, wenn die Pferde sich hauptsächlich von trockenem Heu, anstatt von saftigen Gräsern und Blattgrün ernähren. 

Wir handhaben das so, weil wir unsere Pferde auf so kleinen, artenarmen, absolut überlasteten Flächen (gefangen) halten (müssen). Die Tiere, die eigentlich mit den jahreszeitlich bedingten Zyklen der Natur wandern würden, sind dadurch im Spektrum ihrer Nahrungsmittel massiv begrenzt. 

Wir Pferdehalter müssen daher, um eine annähernd ausreichende Nährstoffversorgung bieten zu können, für Abwechslung im Speiseplan unserer Pferde sorgen. Pferde sind keine hoch spezialisierte Gattung. Im Gegenteil! Sie sind unglaublich flexibel und anpassungsfähig, was ihren Lebensraum und damit auch ihre Ernährung angeht. Mit jedem naturbelassenen, pflanzlichen Lebensmittel, dass wir unserem Pferd zur Verfügung stellen, geben wir ihm die Möglichkeit, sich selbst ausgewogen und gesund zu ernähren. Dabei spielt es für uns keine Rolle, dass ein Pferd eigentlich garnicht an bestimmte Früchte ran käme und auch nicht in den Mengen, die wir zur Verfügung stellen. Es zählt einzig, dass das Nahrungsmittel von Mutter Natur hervorgebracht wurde und durch uns Menschen möglichst wenig verändert und verarbeitet wurde. Mais wurde Beispielsweise durch uns Menschen massiv genetisch manipuliert, darum bieten wir den unseren Pferden nicht an. 

Wenn ein AL`er also von „natürlichen Nahrungsmitteln“ spricht, meint er das wie folgt. Bäume, Sträucher, Kräuter, Ranken, Staudenpflanzen … und all diese Gewächse blühen und tragen dann ihre ganz besonderen Früchte aus. Das Ergebniss dieses natürlichen Prozesses betieteln wir Menschen landläufig als Obst, Gemüse und Sämereien und wir können fast alles zu jeder Jahreszeit im Supermarkt kaufen und es ist den allermeisten Leuten sch*** egal, ob grade die passende Saison ist oder dass wir Mitteleuropäer ohne Kolumbus nichtmal die Kartoffel hätten. Und wenn wir Menschen uns von dieser tollen, uns heute grenzenlos zur Verfügung stehenden Viefalt bedienen können (und offensichtlich alles Importiere auch vertragen und gesundheitlich davon profitieren), warum gewähren wir unseren Pferden dann nicht auch diese Vielfalt, um davon zu profitieren? 

Vom ökologischen Standpunkt aus betrachtet, muss jeder mit seinem Gewissen selber vereinbaren, ob es wirklich nötig ist, importieres Gewächshaus-Grünzeug aus Afrika oder Peru oder sonstwo zu kaufen. 

Die Legende vom Steppentier 

Viele Menschen argumentieren mannigfaltig gegen die Fütterung von Obst und Gemüse. 

„Pferde sind doch keine Allesfresser, die kommen aus der Steppe und brauchen deshalb nur sehr karge Kost!“ 

„Der ganze Fruchtzucker macht die Pferde dick und krank!“ 

Frage, wer hat euch das erzählt UND was macht euch so sicher, dass das stimmt? 

Viele Pferdehalter assoziieren offensichtlich mit der Bezeichnung „Steppentier“ die Notwendigkeit, ihre Pferde lebenslang auszuhungern. Die Definition für Steppe … „Trockene, mit Gras und Stauden, aber nicht mit Bäumen bewachsene Ebene.“ Man sollte diese Bezeichnung wirklich ernsthaft überdenken, um diese fatale Verwirrung endlich zu beenden. Wie wäre es alternativ mit „Bewohner von weitläufigen Graslandschaften“? 

Denn wenn man heute noch verschiedene, wildlebende Pflanzenfresser auf der Welt beobachtet, wird man feststellen, dass diese nicht nur grünes Gras fressen. Sie bedienen sich ebenso an Blättern, Rinden, Wurzeln und Früchten von verschiedensten Bäumen und Sträuchern. Die scharren mit ihren Hufen und Klauen Löcher in den Boden, auf der Suche nach Wurzeln und unterirdisch wachsenden Leckerein. Und sie strecken sich auch mal, um an höhergelegene Fruchtstände zu kommen. Zudem wächst natürlicherweise nicht nur eine Sorte Gras am Boden. Vielmehr teilten sich unzählige Gräser die weite Flurlandschaft mit einer Vielzahl von krautigen Pflanzen, Hecken, Staudengewächsen, Kräutern, Moosen, Farnen, Pilzen und weiß nicht was noch alles. Und das alles ist von Frühjahr bis in den beginnenden Winter hinein in den verschiedensten Reifestadien zu finden! 

Als wir aber noch nicht die Welt überbevölkert hatten und alles wachsen konnte wie es wollte, standen all diese verschiedenen Pflanzen und ihre Früchte allen Erdlingen regional zur freien Verfügung und jedes Lebewesen konnte frei und ungehindert wandern, wie es seine arttypische Lebensweise war. 

Noch ein paar Worte zu der Sache mit dem Fruchtzucker. Fruchtzucker und Raffinadezucker sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Fruchtzucker ist ein natürlicher Bestandteil der Frucht und ist darin in perfektem Verhältnis zu allen anderen Inhaltsstoffen enthalten und hat somit die Berechtigung, als wertvoller Bestandteil der Nahrung angesehen zu werden. Wichtig ist natürlich, dass es sich um vom Menschen nicht zu massiv manipulierte Sorten von Obst und Gemüse handelt. Fruchtzucker wird vom Organismus vollkommen anders verarbeitet, weil er viel mehr ist, als nur „Zucker“. Raffinadezucker dagegen ist das Ergebnis massiver Verarbeitung von Zuckerrüben oder Rohrzucker, durch mehrfache, teils chemische Behandlungen. Raffinadezucker ist einfach nur toter, leerer Giftmüll, dem sämtliche wertvollen Bestandteile genommen wurden. 

Aber was können Pferde nun eigentlich alles von der ganzen Obst- & Gemüsevielfalt mithaben? Ich war mir da auch sehr lange unschlüssig, aber eigentlich ist es gar nicht so schwer rauszufinden, wenn man ein paar Kleinigkeiten im generellen Stallmanagement bedenkt. Dein Pferd muss generell immer Heu zur freien Verfügung haben. Leider ist das alles andere als Standard in der Pferdehaltung. Nur mit dem Grundfutter Heu ad libidum kannst du sichergehen, dass das Pferd nicht aus Hunger Etwas oder zu viel von Etwas frisst, was ihm nicht bekommt. Auch solltest du dem Pferd bisher unbekanntes Obst und gemüse und Solches, das es eher selten vorgesetzt bekommt, zu Beginn in kleineren Mengen anbieten. 

Wenn du auf diese Punkte achtest, kannst du deinem Pferd so ziemlich alles vorsetzen, was du an Obst & Gemüse bekommen kannst. Denn jedes Pferd ist selbst in der Lage zu entscheiden was es braucht und was ihm bekommt. Wenn dein Pferd etwas nicht frisst, dann ist das seine eigene aktive Entscheidung auf Grund seiner aktuellen Bedürfnisse und du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Ich biete meinen Beiden auch immer wieder mal die Lebensmittel an, die sie regelmäßig liegen lassen. Irgendwann möchten sie es vielleicht doch mal haben. 
Und ich gebe alles im Ganzen und ungeschählt (wenn Bio) und auch Steinobst-Kerne lasse ich drin. Die Pferde sollen mit all ihren Sinnen ihre Nahrung erkunden und erfassen. Es macht überhaupt nichts, wenn die Steinobst-Kerne mitgegessen werden. Wenn sie das tun, dann haben sie dazu oft einen körperlichen Grund. Dann brauchen sie die Inhaltsstoffe der Kerne. In der Regel werden die aber fein säuberlich abgelutscht wieder ausgespuckt. 

Weil schonmal die Frage aufkam, ich gebe auch gefrorenes Obst und Gemüse (wenn die Möhren im Winter mal einfrieren z.B.), denn es ist eigentlich ganz normal, dass die Tiere gefrorenes finden und fressen. Genauso fressen sie ja auch gefrohrenes Gras, hätten wir mal wieder einen ordentlichen Winter. Da ist nicht’s aussergewöhnliches dabei. 

Zur Orientierung für alle Neueinsteiger gebe ich euch eine Liste an wirklich unproblematischen, bekannten Lebensmitteln an die Hand, die ich alle auch schon angeboten habe bzw. je nach Saison mehr oder weniger regelmäßig anbiete. 
 

  • Karotte, Möhre (Ballaststoffe helfen Wurmbefall zu regulieren) 
  • Kartoffeln & Süßkartoffeln, roh & gekocht, keine bereits angekeimten Kartoffeln (lindern Schmerzen bei Athrose) 
  • Rote Beete (enthält Folsäure für Stoffwechsel- und Wachstumsprozesse) 
  • Kürbis mit Kernen 
  • Fenchel, positive Wirkung auf Magen und Darm 
  • Runkelrüben, Futterrübe (hoher Wassergehalt) 
  • Radieschen (antibiotisch und antioxidativ gegen Bakterien und Pilze) 
  • Knollensellerie & Stangensellerie (entzündungshemmend, basisches LM) 
  • Weißkohl (stark antioxidativ und entzündungshemmend, entgiftend) 
  • Rosenkohl (hoher Eiweißanteil, stärkt Immunsystem) 
  • Kohlrabi (stärkt Immunsystem) 
  • Ingwer 
  • Knoblauch 
  • Spargel grün und weiß 
  •  Zucchini, Gurke 
  • Alle Salate wie Feldsalat, Kopfsalat, Schnittsalat 
  • Banane (reich an Magnesium, darum positiv bei Problemen der Muskulatur) 
  • Apfel (Ballaststoffe helfen Wurmbefall zu regulieren) 
  • Birne (enthält Folsäure für Stoffwechsel- und Wachstumsprozesse, Eisen) 
  • Wassermelone, Honigmelone (hoher Anteil strukturierten Wassers) 
  • Orange, Mandarine, Apfelsine, Clementine 
  • Aprikose, Nektarine 
  • Pflaumen, Zwetschgen 
  • Erdbeeren, Blaubeeren, Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Sanddornbeeren, Schlehe 
  • Kaki 
  • Ananas 
  • Datteln, Feigen (frisch und trocken) 
  • Trauben, Kirschen 
  • Kiwi, Papaya 

Wurmhaushalt natürlich selbst reguliert

 Beim Thema Verwurmung halten wir es so, dass wir durch unser Fütterungsmanagement dem Pferd Hilfe zur nötigen Selbstregulierung bieten. In der Natur regelt sich immer alles selbst. 

Die Pferde (und alle anderen Tiere) leben seit Jahrmillionen auf diesem Planeten, zusammen mit allen möglichen Parasiten. Im Entwicklungsprozesses der Flora und Fauna auf diesem Planeten hat „das große Ganze“ immer ein Gleichgewicht angestrebt und das gilt immernoch so bis ans Ende aller Tage. So besteht auch gannz selbstverständlich für die Wirt-Tiere die Möglichkeiten, einen Parasitenbefall selbst zu regulieren – wären da nicht ständig die Menschen, die meinen, sie wüssten und könnten alles besser. Mutter Natur hat allem Lebenden seine Daseinsberechtigung im großen, ganzen Miteinander gegeben. Genauso haben ebend auch Würmer einen Sinn, genauso wie die Pflanzen und Minerale, die es gibt, um ein gesundes Gleichgewicht im Wirt zu halten bzw. wieder herzustellen. 

Parasiten wie Würmer sind etwas natürliches und nichts, was grundsätzlich direkt gefährlich ist. Wenn der Organismus nie eine Chance bekommt, sich an die Parasiten zu gewöhnen und selbst Maßnahmen zur Bekämpfung einzuleiten, wenn er es für nötig hält, wird er nie einen eigentlich natürlichen Selbstschutz aufbauen können. 

Was ja hoffentlich mittlerweile jeder weiß ist, dass hergestellte, chemische Wurmkuren zu Resistenzen bei den Parasiten, besonders wenn man laufend präventiv Entwurmt. Zumdem haben die chemischen Wurmkuren gefährliche, nicht selten auftretende Nebenwirkungen wie Kolik, Hufrehe (Vergiftungsrehe!). Die Inhaltsstoffe belasten den ganzen Organismus und den Stoffwechsel enorm, was bei unglücklicher Verkettung der Umstände sogar bis zu Organversagen des Tieres führen kann. 

Um dem zu häufigen Entwurmen entgegenzuwirken, geht man mittlerweile hin und untersucht die Pferdeäppel auf Wurmeier. Überschreiten die gefundenen Mengen einen definierten Wert, wird chemisch Entwurmt. Wobei man sich hier fragen sollte, wer hat diese Schwellenwerte festgelegt (und warum?) und woran wurde festgemacht, dass es ab diesem Wert dann zu viel ist? Warum soll man überhaupt ein Pferd geziehlt entwurmen, dass ganz offensichtlich keine Symptome zeigt? 

Warum gibt es dann chemische Wurmkuren? 

Nun leben unsere Pferde unnatürlicher Weise auf sehr kleinen Arealen, haben in den seltensten Fällen Zugang zu überschwänglich artenreichen Kräuterwiesen, Büschen, Wäldern, …. Aber jede Pflanze hat ihre Daseinsberechtigung, ihren Nutzen für irgendein anderes Lebewesen. Auch jedes von uns Menschen sogenannte Unkraut und jede als solche deklarierte Giftpflanze. 

Die Dosis macht das Gift … und die Dosis ist abhängig vom
Verhältnis aufgenommene Menge Gift : Gewicht des Lebewesens, dass es aufgenommen hat. Ein kleiner Parasit ist auch ein Lebewesen. Der Wurm nimmt die gleichen Nährstoffe auf, wie sein Wirt. Das Masse-Verhältnis Wirt zu Parasit ist aber enorm ungleich, was dazu führt, dass eine gewisse Menge vom Wirt aufgenommenes Gift für ihn keine negativen Auswirkungen hat, aber für die Parasiten tödlich ist. Nun ist es auch so, dass viele Pflanzen in unseren Breitengraden nur „mäßig“ giftig sind, was bedeutet, dass die Wirtstiere schon eine Menge davon fressen müssen, damit es für sie selbst ungesund wird. Und die Tiere hauen sich in der Regel nicht ganz plötzlich mit einer „giftigen“ Pflanze den Bauch randvoll, sondern ernähren sich auf Grund der zur Verfügung stehenden, der Jahreszeit entsprechenden Vielfalt ihres natürlichen Lebensraumes „ausgewogen“. Dies führt dazu, dass nie alle Parasiten auf einmal abgetötet werden, es also auch nie zu einer plötzlichen und radikalen Veränderung im Wirtstier kommt. Ganz anders als bei der chemischen Wurmkur. Die wird nicht umsonst „Chemiekeule“ genannt. Des Weiteren unterscheidet die chemische Wurmkur nicht zwischen „guten“ und schlechten“ Kleinstlebewesen im Pferd. Im Darm befindet sich das Immunsystem eines jeden Lebewesens in Form von Mikroorganismen, Bakterien und solchem Zeug. Das wird ja durch eine chemische Wurmkur ebenso angegriffen, ähnlich wie bei Pflanzenschutzmitteln auf unseren Äckern auch gegen Bienen und Hummeln wirkt, wird alles im Darm befindliche Leben rigoros niedergemetzelt, was zu einem geschwächten Immunsystem führt. 

Symptome, die auf übermäßigen Wurmbefall schließen lassen 

Zum einen haben wir da andauernden starken, übel sauer riechenden Durchfall und Kotwasser, manchmal begleitet von einem Blähbauch. Der Organismus kämpft gegen die Parasiten und das ist ansträngend. Folgen können stumpfes Fell, Mattheit, Kraftlosigkeit und ein trüber Blick sein. Zeigt ein Pferd einige dieser Symptome, hat es eventuell einen Parasitenbefall, gegen den der Körper ankämpft. 

Wir bieten unseren Hauspferden, die sich ja nicht frei in der Weltgeschichte bewegen können um die passenden Medizin-Pflanzen zu suchen, diese dann gezielt und einzeln an. Wichtig ist, dass alles wirklich einzeln angeboten wird, damit das Pferd sich raussuchen kann, was und wie viel es braucht. 

Mir bekannte, wurmtreibende Nahrungsmittel natürlichen Ursprungs

  • Mineralstation: Kupfersulfatstein & Schwefelstein 
  • Kieselgur (nur nass verfüttern) 
  • Ballaststoffreiche Nahrung 
  • Karotten 
  • Äpfel 
  • Kokos(raspeln) 
  • Leinsamen 
  • Kartoffeln 
  • Kräuter/ Bitterkräuter 
  • Löwenzahnwurzel 
  • Rosmarin 
  • Engelwurz 
  • Beifuß 
  • Thymian 
  • Meerrettich 
  • Knoblauch 
  • Wermut 
  • Eicheln 
  • Hagebutten 
  • Haselnussblüten 
  • Walnussblätter 
  • Reinfarn, Adlerfarn 

Reinfarn

Rafah im Adlerfarn

Kupfersulfatstein

Schwefelstein